Veränderung ist DIE einzige Konstante

Aber mal ehrlich, muss es immer gleich so viel sein?

Jahreszeiten ändern sich, Styles und Regierungen wechseln, sogar das Klima ändert sich. Familien wachsen und vergrößern sich. Kinder werden erwachsen und ziehen aus. Tod und Scheidung verändern unser Leben. Wir ziehen um, verlieren Jobs und fangen neue an, wir gehen in den Ruhestand. Und während wir das alles machen wird erwartet das wir flexibel und belastbar bleiben, immer offen für neue Möglichkeiten und alles willkommen heißen was auf uns zu kommt und Unruhe stiftet.

Ehrlich, das ist ausgesprochen strapaziös oder?

Wir können nicht kontrollieren was in der Welt passiert, aber wir können (Vermieter und limitierte Budgets mal ausgenommen) Verantwortung für uns und unsere Umgebung übernehmen.

Das dachte sich einst auch die Götting Parvati die sich einsam fühlte, weil ihr Weggefährte Gott Shiva häufig im Himalaja verweilte, um dort ungestört, tagelang zu meditieren. Eines Tages war sie des Alleinseins müde und modellierte sich aus Lehm einen kleinen Jungen, der ihr Gesellschaft leisten sollte. Als Shiva wieder nach Hause kehrte war er so wütend, das Parvati sich in seiner Abwesenheit einen „Nebenbuhler“ zugelegt hatte, dass er diesem den Kopf abschlug. Parvati war unendlich traurig und weinte bitterlich. Sogleich wurde Shiva klar, dass er Parvati zutiefst getroffen hatte und so schickte Shiva seine Truppen aus, die ihm den Kopf des ersten Wesens bringen sollte, auf das sie stießen. Die Soldaten fanden einen Elefanten. Gott Shiva setze den Elefantenkopf auf den Körper des Jungen und hauchte im den Atem des Lebens ein. Das ist Ganeshas (Elefantengott) Geburtsstunde und der Gott, der uns Erfüllung schenkt.

Ganesha steht für Neubeginn, gutes Gelingen, Intelligenz. Seine Weisheit und Stärke wird sein mehr als 300 Jahren als Glücksbringer geehrt. Er ist aber nicht nur die Gottheit des Erfolgs, sondern ebenso der Zerstörer von Eitelkeit, Egoismus und Stolz.

Ganesha

Aber zurück zu Parvati, die sich offensichtlich unglücklich und einsam fühlte und sich entschloss, diesen Zustand zu ändern und sich damit der zerstörerischen Wut von Shiva aussetze. Der wiederum mit dieser Art von einseitiger Entscheidung und Veränderung so seine Probleme hatte. Aber was tun, wenn der Wunsch nach einer Entscheidung oder Veränderung so übermächtig groß wird, dass man ihn nicht mehr aufschieben möchte? Was wenn sich dieser Wunsch in einer Beziehung breitmacht, in der man vielleicht lange oder zu lange geschwiegen hat?

Ich weiß noch als sehr liebe Freunde von mir, er Kinderarzt auf einer Intensivstation für Babys und sehr beliebt in seinem Krankenhaus und sie, eine wundervolle Mutter, voller kreativer Ideen und eine absolute stütze der Familie, mir mitteilten das sie kurz vor der Trennung stünden. Ich war geschockt. Sie erzählte mir, dass es sie ärgerte, dass ihr Mann so selten zuhause war und emotional kaum mit ihr verbunden zu sein schien. Sie hatte mit kleinen Gesten immer wieder versucht sich um ihn zu bemühen, was ihn wiederum nur verärgerte. Er ist ein intellektuell begabter Mann, der aber nicht mal wusste wie der Hund hieß oder wo in seinem Haus die Gartentüre war. Er war so von seiner Arbeit eingenommen, dass in seinem Kopf nur noch wenig Platz war für die allernötigsten Dinge aus der Welt seiner Frau. Das mag nach wirklicher Ignoranz klingen, aber können wir nicht in einigen unserer Beziehungen feststellen, dass wir eine vergleichbare (wenn auch nicht eine ganz so dramatische wie die von Shiva und meinen Freunden) Haltung gegenüber dem Leben eines Partners, Freundes oder Familienmitglied einnehmen?

Das Schöne ist, wir Menschen habe die unglaublich Fähigkeit unsere emotionale Intelligenz auszubauen, wenn wir das denn wollen. Wir können uns verändern!

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Emotionale Intelligenz auszubauen bedeutet eine Beziehungslandkarte zu entwickeln. Diese Landkarte bedeutet wiederum, dass wir uns mit der Welt unserer Beziehungen vertraut zu machen, sozusagen einen kognitiven Raum zu schaffen der dafür zuständig ist, uns an die wichtigsten Ereignisse z.B. der Vergangenheit zu erinnern und Informationen abzuspeichern und immer wieder zu erneuern, so wie sich auch Fakten und Gefühle in einer partnerschaftlichen Welt verändern.

Konkret heißt das, wenn du einen Salat für sie oder ihn bestellst, dass du daran denkst, dass das Dressing extra gereicht werden soll. Oder wenn deine Freundin oder Freund einen wichtigen Termin hat, nochmal eine aufmunternde Erinnerung zu schicken. Eine „Partnerschafts-Landkarte“ zu pflegen heißt die Hoffnung und die Ängste der Person zu kennen. Und wenn man jemanden nicht wirklich kennt, wie soll man dann wirklich lieben können?

Wir alle haben das Potential uns zu verändern, zu reflektieren und Veränderungen einzuleiten. Veränderung ist DIE einzige wirkliche Konstante. Wenn wir lernen dieses Potential zu nutzen, stellt sich die Frage „Wer will ich werden – gibt es ein besseres, liebevolleres, achtsameres Selbst in mir“?

Schreibt mir Eure Fragen, Kommentare und Ideen! Ich bin überzeugt von einem „besseren Selbst“ und Du?

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„Es sind nicht die äußeren Umstände, die das Leben verändern, sondern die inneren Veränderungen, die sich im Leben äußern.“ (Wilma Thomalla – Deutsche Publizistin)

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2 Kommentare

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  1. Wundervoll.
    Veränderungen sind der Saft des Lebens. Manchen Menschen fällt es leider so schwer, dies zu akzeptieren und sie hängen so sehr an dem Alten und Gewohnten, dass sie manchmal gar nicht oder nur nach langer, langer Zeit Veränderungen annehmen können. Ich selbst empfinde mich als einen Mensch des Moments, doch auch ich hänge immer wieder an Gewohnten und gerade bei unserem letzten Umzug brauchte ich einige Woche um aus der Denke „ach wie schön waren doch die letzten Jahre in …“ bis hin zu dem Gedanken „ich möchte es wieder zurück haben“. Doch habe ich mir damit nur die Zeit gestohlen, das Neue zu genießen.
    Meine Yogapraxis holt mich immer wieder in das HIER UND JETZT und auf der Matte ist nur auf der Matte. Danach habe ich immer das Gefühl auch im Alltag fokussierter zu sein.
    Namasté

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